aton + echnaton = imhotep
LOOPSORNOT2008
schoen erscheinst du im horizonte des himmels, du lebendige sonne, die das leben bestimmt! du bist aufgegangen im osthorizont und hast jedes land mit deiner schoenheit erfuellt. schoen bist du , gross und strahlend, hoch ueber allem land. deine strahlen umfassen die laender bis ans ende von allem, was du geschaffen hast. du bist re, wenn du ihre grenzen erreichst und sie niederbeugst für deinen geliebten sohn. fern bist du , doch deine strahlen sind auf erden; du bist in ihrem angesicht, doch unerforschlich ist dein lauf. gehst du unter im westhorizont, so ist die welt in finsternis, in der verfassung des todes. die schlaefer sind in der kammer, verhuellten hauptes, kein auge sieht das andere. raubt man alle ihre habe, die unter ihren koepfen ist - sie merken es nicht. jedes raubtier ist aus seiner hoehle gekommen, und alle schlangen beissen. die finsternis ist ein grab, die erde liegt erstarrt, ist doch ihr schoepfer untergegangen in seinem horizont. am morgen aber bist du aufgegangen im horizont und leuchtest als sonne am tage; du vertreibst die finsternis und schenkst deine strahlen. die beiden laender sind taeglich im fest, die menschen sind erwacht und stehen auf den fuessen, du hast sie aufgerichtet. rein ist ihr leib, sie haben kleider angelegt, und ihre arme sind in anbetung bei deinem erscheinen, das ganze land tut seine arbeit. alles vieh ist zufrieden mit seinem kraut, baeume und kraeuter gruenen. die voegel sind aus ihren nestern aufgeflogen, ihre schwingen preisen deinen ka. alles wild huepft auf den fuessen, alles, was fliegt und flattert, lebt, wenn du fuer sie aufgegangen bist. die lastschiffe fahren stromab und wieder stromauf, jeder weg ist offen durch dein erscheinen. die fische im strom springen vor deinem angesicht, deine strahlen sind im inneren des meeres. der du den samen sich entwickeln laesst in den frauen, der du »wasser« zu menschen machst, der du den sohn am leben erhaeltst im leib seiner mutter und ihn beruhigst, sodass seine traenen versiegen - du amme im mutterleib! - der du atem spendest, um alle geschoepfe am leben zu erhalten. kommt (das kind) aus dem mutterleib heraus, um zu atmen am tag seiner geburt, dann oeffnest du seinen mund vollkommen und sorgst fuer seine beduerfnisse. du kueken im ei, das schon in der schale redet - du gibst ihm luft darinnen, um es zu beleben. du hast ihm seine frist gesetzt, (die schale) zu zerbrechen im ei; es geht hervor aus dem ei, um zu sprechen zu seiner frist, es laeuft schon auf den fuessen, wenn es herauskommt aus ihm. wie zahlreich sind deine werke, die dem angesicht verborgen sind, du einziger gott, dessengleichen nicht ist! du hast die erde geschaffen nach deinem wunsch, ganz allein, mit menschen, vieh und allem getier, mit allem was auf der erde ist, was auf den fuessen herumlaeuft und allem, was in der hoehe ist und mit seinen fluegeln fliegt. die fremdlaender von syrien und nubien, dazu das land aegypten - jeden stellst du an seinen platz und sorgst für seine beduerfnisse, ein jeder hat seine nahrung, seine lebenszeit ist bestimmt. die zungen sind verschieden im reden, ebenso ihre wesenszuege; ihre hautfarbe ist verschieden, denn du unterscheidest die voelker. du schaffst den nil in der unterwelt und bringst ihn herauf nach deinem willen, die menschen am leben zu erhalten, da du sie geschaffen hast. du bist ihrer aller herr, der sich abmueht an ihnen, du herr aller lande, der fuer sie aufgeht, du sonne des tages, gewaltig an hoheit! selbst alle fernen fremdlaender erhaeltst du am leben, hast du doch einen nil an den himmel gesetzt, dass er zu ihnen herabkomme und wellen schlage auf den bergen, wie das meer, um ihre felder zu befeuchten mit dem, was sie brauchen. wie wirksam sind deine plaene, du herr der ewigkeit! den nil am himmel, den gibst du den fremdvoelkern und allem wild der wueste, das auf fuessen laeuft; aber der wahre nil kommt aus der unterwelt nach aegypten. deine strahlen saeugen alle felder - wenn du aufgehst, leben sie und wachsen fuer dich. du schaffst die jahreszeiten, um alle deine geschoepfe sich entwickeln zu lassen - den winter, um sie zu kuehlen, die sommerglut, damit sie dich spueren. du hast den himmel fern gemacht, um an ihm aufzugehen und alles zu schauen, was du geschaffen hast. einzig bist du, wenn du aufgegangen bist, in all deinen erscheinungsformen als lebendiger aton, der erscheint und erglaenzt, sich entfernt und sich naehert; du schaffst millionen von gestalten aus dir allein - staedte, doerfer und aecker, wege und strom. alle augen sehen sich dir gegenueber, wenn du als sonne des tages ueber dem land bist. wenn du gegangen bist, dein auge nicht mehr da ist, das du um ihretwillen geschaffen hast, damit du nicht dich selber siehst als einziges, was du geschaffen hast - auch dann bleibst du in meinem herzen, und kein anderer ist, der dich kennt, ausser deinem sohne nefercheperure uanre, den du dein wesen und deine macht erkennen laesst. die welt entsteht auf deinen wink, wie du sie geschaffen hast. bist du aufgegangen, so leben sie, gehst du unter, so sterben sie; du bist die lebenszeit selbst, man lebt durch dich. die augen ruhen auf schoenheit, bis du untergehst, alle arbeit wird niedergelegt, wenn du untergehst im westen. der aufgehende staerkt alle arme fuer den koenig, und eile ist in jedem fuss. seit du die welt gegruendet hast, erhebst du sie fuer deinen sohn, der aus deinem leib hervorgegangen ist, den koenig beider aegypten, nefercheperure uanre, den sohn des re, der von maat lebt, den herrn der diademe, echnaton, gross in seiner lebenszeit, und die grosse koenigsgemahlin, die er liebt, die herrin beider laender, nofretete, die lebendig und verjuengt ist fuer immer und ewig.
der sonnengesang des echnaton
